Studienfahrt nach Barcelona

Vom 28. März - 3. April 2009 war die Jahrgangsstufe 1 des Wirtschaftsgymnasiums auf Studienfahrt in der spanischen Stadt Barcelona. Begleitet wurden wir dabei von Frau Maucher, Frau Metz und Frau Weiss. Nachdem wir am Samstag um 9 Uhr abends von Bad Saulgau aufgebrochen waren (wo wir einen letzten wehmütigen Blick auf das heißgeliebte Schulgebäude werfen konnten), durften wir uns 17 Stunden lang im Bus amüsieren und den Ausblick auf fremde, zumeist nächtliche Landschaft genießen. Wir sind uns dabei alle sehr viel näher gekommen – räumlich. Endlich jedoch waren die gefühlten hundert Mautstellen bewältigt, und gegen Mittag erreichten wir schließlich bei milden 12 Grad das langersehnte Ziel. Unser Hostel „Centric Point“ lag, dem Grundsatz der Firmenwahrheit entsprechend, ganz im Herzen der spanischen Metropole. Wenn auch die sanitären Einrichtungen geradezu Seltenheitswert genossen (es gab für die Mädchen geschätzte -0,1 Duschen pro Kopf), so war doch das Frühstück nicht zu verachten – für Zuspätkommer blieb nie etwas übrig. Unseren ersten Nachmittag in der Stadt eröffneten wir mit einem Besuch des Picasso-Museums und sondierten danach selbstständig die Metropole. Am Montag erfolgte eine Stadtführung mit Bus und Fuß unter der Leitung einer professionellen Stadtführerin. Unter anderem bewegten wir uns auf der berühmten Straße „Las Ramblas“ und besichtigten den Hafen mit seinem nahegelegenem Meer. Ein Höhepunkt für viele war der spontane Besuch des „Camp Nou“, des größten Fußballstadions in Europa. Am Nachmittag hatten wir die Möglichkeit, ohne pädagogische Überwachung auf eigene Faust die vielfältigen Läden und Fast-Food-Restaurants der Stadt zu besichtigen. Den Dienstag begannen wir mit einem Besuch der Sektkellerei „Freixenet“, wo wir in den höhlenartigen düsteren Kellergewölben den heranreifenden Sekt und 30-cm-lange Schimmelpilze bestaunten. Großen Anklang fand auch die anschließende Sektprobe, und dass die Unter-18-Jährigen von diesem Genuss ausgeschlossen blieben, sorgte bei den Erwachsenen für viel Schadenfreude. Am Nachmittag fuhren wir weiter zum altehrwürdigen Kloster Montserrat, das, idyllisch in den Bergen gelegen, als Wallfahrtsstätte Ruhm genießt. So manche von uns stellten sich dort in die lange Schlange der bußfertigen Pilger, die alle kurz vor dem Bildnis der Madonna verweilen durften. Die mehr weltlich Gesinnten unter uns wagten stattdessen lieber die Besteigung eines nahen Berggipfels. Der folgende Tag stand ganz im Zeichen Antoni Gaudís (1852 – 1926), des großen modernistischen Künstlers, der der Stadt Barcelona ihr unverwechselbares Gesicht gab. Seine Kirche „La Sagrada Famila“, die wohl eine ewige Baustelle bleibt, und der Stadtpark Parque Güell beeindruckten uns gleichermaßen. Am Abend besichtigen wir sodann das gotische Stadtviertel mit seiner prachtvollen Kathedrale, deren Fassade natürlich gerade jetzt renoviert wurde und daher hinter einer gigantischen Stellwand verhüllt war – dafür war das Innere mit seinem überbordenden Gold eine Augenweide – und schließlich ließen wir den Tag mit einem Besuch beim Italiener ausklingen. Dabei stellte es sich als sehr schwierig heraus, dieses Restaurant zuallererst zu finden; vielleicht wollte Frau Metz die Wanderung zum Italiener zur zweiten Stadtbesichtigung ausdehnen, aber vielleicht folgte sie auch nur einer sorgfältig geplanten Zermürbungstaktik. Dieser Tag war übrigens der einzige, an dem uns ein wolkenloser Himmel und Sonnenschein vergönnt war. Am Donnerstag machten wir uns schon wieder schweren Herzens auf den Heimweg, wobei wir einen wahrhaft kurzweiligen Aufenthalt im Dalí-Museum in Figueras einlegten. Dort lernten wir alle sehr viel, nämlich dass die meisten von uns wohl ewige Kunstbanausen bleiben werden. Nach dunkler und zum Glück wenig ereignisreicher Nachtfahrt erreichten wir in aller Frühe unsere geliebte Schule, nach der wir uns alle natürlich sehr gesehnt hatten. Viel bliebe nun noch zu sagen von dramatischen Feierstunden und misstrauischen Museumsleitern, von scharfzüngigen Busfahrern mit sächsischem Dialekt, von feierfreudigen und shoppingswütigen Schülern und von Lehrerinnen, die uns in guter Laune und Feierstimmung manchmal sogar noch übertrumpften; doch dies alles zu hier zu schildern, würde vermutlich die Belastungsfähigkeit des Servers sprengen. Auf jeden Fall aber wird uns Barcelona immer in Erinnerung bleiben.

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